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  • Remo Daguati, CEO LOC AG

Weshalb bahnhofsnahe Entwicklungsgebiete punkten

Firmen wählen bevorzugt Bürostandorte mit bester Anbindung. Je besser eine Erschliessung mit öffentlichem Verkehr sowie die Nähe zu einem öV-Knoten in Fussdistanz gegeben sind, desto eher unterstützt dies die Ansiedlung von wissensbasierten Funktionen. Denn Talente, die mit dem Kopf arbeiten, wollen auf dem Arbeitsweg produktiv sein.


Mitarbeiter sind nicht bereit zu pendeln, wenn die Reisezeit einen bestimmten Schwellenwert überschreitet. Die "Knock-Out"-Schwelle, bei der ein Standort die Standortgunst von Bewohnern, Unternehmen und Talenten verliert, setzt bei 45 Minuten ein und liegt bei maximal 90 Minuten je Fahrweg (Tür zu Tür-Reisezeit) für gut dotierte, anspruchsvolle und herausfordernde Stellen.


Insbesondere die Erschliessungsgüte mit dem öffentlichen Verkehr prägt Dienstleistungs- und Forschungsstandorte. Mobiles Arbeiten hat dank neuer Kommunikationstechnologien auch die Erwartungen von qualifizierten Arbeitskräften verändert. Talente, die mit dem Kopf arbeiten, wollen auf dem Arbeitsweg produktiv sein. Und das bieten – solange es beim motorisierten Individualverkehr (MIV) noch kein vollautonomes Fahren gibt – schnelle Bahnverbindungen mit raschen Umsteigezeiten. Wer ein Lenkrad halten muss, schreibt keine Konzepte und beantwortet keine Mails, sondern ist bis aufs Telefonieren unproduktiv. Talente wollen auf dem Arbeitsweg produktiv sein - also präferieren sie den öV - as simple as that.


In Städten und Gemeinden spielt es beim öffentlichen Verkehr somit nicht nur eine Rolle, wie schnell man den Bahnhof erreicht. Genauso wichtig ist die Feinverteilung über den Nah- und Regionalverkehr. Städte und Gemeinden mit hohen Taktfrequenzen, geringen Umsteige- und Wartezeiten und optimierten Linien- und Haltestellen-Netzen sind überdurchschnittlich in der Lage, hochwertige Arbeitsplätze anzuziehen und gleichzeitig Hochqualifizierte als Einwohner zu halten.


Was heisst dies für Wirtschaftsstandorte? Wollen diese im Wettbewerb der Standorte punkten, so können sie an zwei Elementen ansetzen: Sie pushen a.) ihre Verkehrspolitik und sorgen für eine optimierte Abstimmung zwischen dem Fernverkehr, S-Bahn-Systemen und der Feinverteilung in die Quartiere mit den lokalen Verkehrsdienstleistern, oder b.) sie forcieren Arealentwicklungen an bahnhofsnahen Lagen, arrondieren dort Flächen und bündeln die Interessen der Grundeigentümer zu schlagkräftigen Nutzungskonzepten. Wem die Kombination dieser beiden Ansätze gelingt, punktet beim Wettbewerb um die besten Arbeitsplätze.



Im Bild: Suurstoffi Rotkreuz (www.suurstoffi.ch): Die Suurstoffi ist in vielerlei Hinsicht ein Vorbild für Arealentwicklungen – sowohl im Wohn- wie auch Wirtschaftsbereich. Die Suurstoffi bietet eine exzellente Anbindung an den öffentlichen wie auch privaten Verkehr. Ausgeprägt ist zudem die Ansammlung von Unternehmen in den Bereichen IT, Gesundheit und nachhaltige Mobilität, was in der Suurstoffi zusätzliche Möglichkeiten für Kooperationen, Vernetzungen und Synergien in den Bereichen Forschung, Produktion und Vertrieb bietet. Neue Wohnformen, Urban Gardening, vertikal begrünte Holzhochhäuser und soziale Einrichtungen sind ebenso Teil des Areals.


Vgl: dazu Daguati (2018): Die Knock-out Schwelle in der Standortgunst, siehe https://www.loc-consulting.ch/single-post/2018/08/25/Knock-Out-Schwelle-Standortgunst